“Live”
“Meet the Band!”
Steckbriefe über die Instrumentalisten und unsere musikalische Umsetzung:
E-Gitarre, A-Gitarre
Claude Stucki
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Claude Stucki spielt seine Gitarre stereo über einen Roland VG-800, den momentan aktuellsten Guitar-Synthesizer am Markt. Seine Stimme greift die zuvor behandelten historischen Einflüsse auf – von den Sounds eines Pat Metheny in den 1980er-Jahren bis hin zu zeitgenössischen Ansätzen wie bei Mk.Gee. In Kombination mit aktuellem Gear übersetzen wir diese unterschiedlichen Einflüsse in einen Sound, der bewusst zwischen Musikgeschichte und Gegenwart vermittelt und diese Klangästhetiken ins Jahr 2026 überführt.
Bass, Synth-Bass
Elias Kirchgraber
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Elias Kirchgraber wechselt zwischen Bass und Synthbass und bewegt sich damit zwischen akustischeren und synthetischeren Sounds.
Florian Heiniger
Drums
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Florian Heiniger spannt mit seinem Sample-Pad und den Drum-Triggern den Bogen zurück in die 1980er-Jahre. Hip-Hop-Beats treffen dabei auf typische Gated-Snare-Sounds und die charakteristischen, druckvollen Toms dieser Zeit. Dadurch entsteht eine Verbindung zwischen der rhythmischen Ästhetik des frühen Hip-Hop und der klanglichen Handschrift der 1980er-Jahre.
Keys
Tim Bond
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Auch Tim Bond bedient am Upright Piano die Folk- und Americana-Einflüsse, während er auf einem Vintage-Korg-Synthesizer die charakteristischen Prince-inspirierten Sounds einbringt.
Er macht somit den Spagat über die ganze Spannbreite von holzig bis synthetisch.
Vocals, E-Gitarre, A-Gitarre, Lap Steel
DAT
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Mein komplexes instrumentales und vokales Live-Setup ermöglicht es mir, mich während des gesamten Auftritts in Echtzeit selbst zu produzieren. Meine Instrumente laufen zunächst durch mein Pedalboard und anschliessend durch meine DAW, während auch meine Vocals ebenfalls einen Round-Trip durch den Laptop machen. Über ein Expression-Pedal und einen MIDI-Controller steuere ich Effekte wie Distortion, Reverb, Autotune, Delay, Mid-Side-Matrix, Stereo-Tools und weitere Processing-Elemente in Echtzeit.
Dabei arbeite ich häufig mit Mono-to-Stereo-Effekten, um die notwendige räumliche Breite und gezielte Höhepunkte zu erzeugen oder die Fülle von Backing-Vocals zu simulieren. Die Möglichkeiten einer DAW erlauben es mir, Sounds und Ästhetiken, die man normalerweise nur aus Studioproduktionen kennt, live auf die Bühne zu bringen.
Neben E-Gitarre, Akustikgitarre, Lap Steel, Vocal-Mic, Pedalboard, Volume- und Expression-Pedal, Audio-Interface, Laptop und MIDI-Controller gehört auch ein SP-404 zum Setup – ein Sample-Pad, das insbesondere durch seine Verwendung in der Hip-Hop-Szene der 2000er-Jahre geprägt wurde. Es verleiht der Show einen zusätzlichen Rap-Flair und ermöglicht mir, Producer-Tags, Samples und weitere kurze Audioelemente live abzuspielen und in die Performance zu integrieren.
“Backing Tracks”
Backing Tracks stellten in der Entwicklung des Live-Sets eine besondere Herausforderung dar. Sie sind insbesondere in der Hip-Hop- und Rap-Musik ein zentraler Bestandteil der Live-Ästhetik, da diese Musik traditionell häufig in einer Konstellation aus Rapper und DJ stattfindet und weniger auf einer vollständigen Live-Band basiert. Folk und Americana hingegen sind stark akustische und instrumentalistische Musikformen, die in ihrer ursprünglichen Form sehr gut rein live funktionieren.
Mein Anspruch war es, in meinem Set so viele musikalische Freiheiten wie möglich zu bewahren. Ein Song soll bei einem Auftritt schneller oder langsamer gespielt werden können, ein Part darf länger oder kürzer dauern, Arrangements sollen spontan verändert werden können, ein Intro kann einmal anders instrumentiert sein und ein Chorus kann sich spontan verdoppeln. Ich möchte, dass jede Show ein Unikat wird und nicht lediglich eine Reproduktion der Studioversion. Genau hier entsteht ein scheinbarer Widerspruch: Die hochproduzierten und teilweise nicht mit Instrumenten reproduzierbaren Elemente aus der Hip-Hop- und modernen Popproduktion verlangen nach Backing Tracks, während meine Vorstellung von Live-Musik auf Spontaneität, Interaktion und Veränderbarkeit beruht.
Die Lösung bestand darin, die Backing Tracks so zu programmieren, dass sich sämtliche Parts innerhalb eines Abschnitts endlos loopen, bis der Drummer den nächsten Songabschnitt triggert. Dadurch sind wir in der Länge der einzelnen Songteile vollständig frei. Ein Chorus kann beispielsweise einmal wiederholt werden oder fünf Minuten dauern, ein Outro kann jederzeit beendet werden und ein Instrumentalpart kann sich spontan verlängern. Die Backing Tracks geben somit nicht mehr die zeitliche Struktur des Songs vor, sondern stellen lediglich das klangliche Material zur Verfügung, das wir innerhalb dieser Struktur verwenden.
Dort, wo keine Spuren auf dem Backing Track liegen, haben meine Band und ich entsprechend alle Freiheiten. Der einzige wesentliche Abstrich, den wir zugunsten der Synchronisation mit den produzierten Elementen machen mussten, betrifft das Tempo. Abgesehen davon bleibt die Form des Songs offen und kann sich von Show zu Show verändern.
Gerade die Outros, sind somit häufig frei improvisiert oder entwickeln sich zu vollständigen Jams. Es gibt viel Raum für Soli, gleichzeitig ist kein Solo im Vorhinein festgeschrieben. Entscheidend ist nicht, dass jede Person ihren vorbereiteten Part möglichst exakt reproduziert, sondern dass wir aufeinander reagieren, musikalische Entscheidungen im Moment treffen und gemeinsam eine Form entwickeln. Das Live-Set wird dadurch zu einem tatsächlichen Musizieren in Echtzeit.
Was mir persönlich besonders wenig gefällt, ist das reine Auswendiglernen und anschliessende Reproduzieren einer Performance – wie ein „Samichlaussprüchli“. Ich möchte auf der Bühne keine möglichst fehlerfreie Wiedergabe von etwas sehen, das längst feststeht, sondern Echtheit und Präsenz.
“Weitere Innovationen”
Ein weiteres Element, das die klassische Vorstellung eines Live-Konzerts bewusst erweitert, sind bestimmte Song-Intros.
Um Konventionen noch weiter aufzubrechen und den musikalischen Horizont der Show zu erweitern, habe ich bestimmte Songs meiner Einflüsse direkt in das Konzert integriert. Diese werden als Intros zu meinen eigenen Songs abgespielt und sind jeweils so gewählt, dass sie im selben Tempo und in derselben Tonart wie der darauffolgende Song liegen. Dadurch können wir nahtlos aus einem bestehenden Stück in meinen eigenen Song übergehen und das abgespielte Stück wird zum Intro.
So wird das Konzert an bestimmten Stellen gleichzeitig zu einer Art Listening-Session. Das Publikum hört nicht nur meine Musik, sondern bekommt unmittelbar Einblick in die Musik, die mich geprägt hat und aus der heraus meine eigene Musik entstanden ist. Die Einflüsse werden dadurch hörbar und unmittelbar erfahrbar gemacht.
Gleichzeitig entsteht dadurch eine weitere Ebene innerhalb der Dramaturgie des Konzerts: Die Songs meiner Einflüsse stehen nicht isoliert neben meiner Musik, sondern führen direkt in sie hinein. Der Übergang zwischen Einfluss und eigener Musik wird damit selbst zum Bestandteil der Performance.
“Pressetext”
„DAT macht Musik für Menschen, die schon alles gehört haben und sich fragen, ob es wirklich noch schlechter geht. Irgendwo zwischen Indie Pop, Hip Hop, Folk und Americana hat DAT konsequent jede falsche Abzweigung genommen und daraus einen Sound gebaut, der vermutlich nie hätte veröffentlicht werden sollen. Melodien verlaufen sich, Genres kollidieren frontal, und die Texte werfen mehr Fragen auf, als sie beantworten.
Kritiker schweigen bislang – vermutlich aus Verwirrung.
DAT
Der vielleicht unnötigste Beitrag zur zeitgenössischen Musik.“
“HINTERGRUND”
Der Werbetext – erschreckend, radikal und vielleicht sogar polarisierend, also genau das, was Kunst im besten Fall auszeichnet – entstand nicht einfach aus einer humoristischen oder komödiantischen Ader.
Zum einen spiegelt er wider, dass ich die immer gleichen, hochlobenden und austauschbaren Pressetexte nicht mehr hören kann. Zum anderen verpackt er auf bewusst verdrehte Weise meinen eigenen Blick auf meine Musik: hohe Selbstkritik, enorme Ansprüche an mich selbst, das Imposter-Syndrom und ein künstlerisches Schaffen, das ich manchmal für das Beste und manchmal für das Schlechteste überhaupt halte.
Oft finde ich mich irgendwo zwischen „DAT – der vielleicht relevanteste Beitrag zur zeitgenössischen Musik“ und „DAT – der vielleicht unnötigste Beitrag zur zeitgenössischen Musik“ wieder. Hohe Selbsteinschätzung und extreme Selbstzweifel liegen teilweise erstaunlich nahe beieinander und können innerhalb kürzester Zeit ineinander kippen.
Was zunächst wie ein blosser Streich oder eine humoristische Spielerei wirkt, ist deshalb eigentlich ein sehr persönlicher Einblick, den ich der Öffentlichkeit gewähre. Der Text macht nicht nur einen Witz über klassische Musikpromotion, sondern legt gleichzeitig offen, wie mein Blick auf meine eigene Kunst manchmal verkorkst wird.
Gleichzeitig ist der Werbetext ein weiterer Ort, an dem sich mein unumgänglicher Drang nach Originalität und mein Bedürfnis, Dinge anders zu machen, manifestieren. Statt die üblichen Superlative und wohlklingenden Floskeln zu reproduzieren, wird genau mit diesen Konventionen gespielt und sie werden bewusst auf den Kopf gestellt. Paradoxerweise erfüllt der Text dabei trotzdem alle wesentlichen Funktionen eines klassischen Pressetextes: Er vermittelt Kontext, beschreibt die Musik, positioniert das Projekt, benennt zentrale Einflüsse und macht neugierig auf die Person dahinter.
Damit wird der Werbetext selbst zu einem Teil der Kunst